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Break one, a million will rise

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Break one, a million will rise

Wir haben lange überlegt, ob unsere LISAR-Website ein geeigneter Ort ist, um etwas über die Anschläge in Paris zu sagen. Aber als BuchhändlerInnen, Verlagsleute, JournalistInnen, ÜbersetzerInnen, LektorInnen, Medienmenschen – und BuchliebhaberInnen – sind wir davon überzeugt, dass es eine wichtige Aufgabe für uns alle ist, für eine offene Gesellschaft einzutreten. Für eine Gesellschaft, in der Pressefreiheit und die Freiheit des Denkens groß geschrieben werden, in der Angehörige anderer Religionen, Gruppierungen und Überzeugungen respektiert und angehört oder zumindest freundlich toleriert werden, so lange das alles auf dem Boden des Grundgesetzes stattfindet.

Der französische Regisseur Luc Besson, der sich weitgehend aus dem Filmgeschäft zurückgezogen hat, um sich um Jugendliche in den häufig von Arbeitslosigkeit und Gewalt geprägten französischen Banlieues zu kümmern, hat als Reaktion auf die Morde an den Karikaturisten und Redakteuren von Charlie Hebdo, an vier Franzosen jüdischen Glaubens in einem koscheren Supermarkt, an zwei Polizisten, darunter einem Moslem, einen offenen Brief verfasst.

Von der französischen Gesellschaft fordert er eindringlich, Chancen nicht nach Hautfarbe oder Religionszugehörigkeit zu vergeben und niemanden auszugrenzen. Von seinen „muslimischen Brüdern“ aber fordert er ebenso eindringlich, die Möglichkeiten zu nutzen, die Demokratie und freie Gesellschaft auch ihnen bieten.

„Nimm Dein Schicksal in die Hand, tu was in Deiner Macht steht. Es kostet 250 Euro, eine Kalachnikov zu kaufen, aber kaum 3 Euro, einen Stift zu besorgen – und eine Antwort damit kann tausendmal wirksamer sein. Nutz deine Chance und spiel nach den Regeln.“

Der gespitzte Bleistift verkörpert die ungebrochene Macht des Wortes. Aus diesem Grund haben wir für unseren Artikel die schöne Zeichnung von Lucille Clerc gewählt.

(Den vollen Wortlaut des Briefes von Luc Besson finden Sie in Le Figaro vom 12.1.2015, http://www.lefigaro.fr)

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